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Alles neu macht der Mai

Alles neu macht der Mai.

 

Wenn es das Sprichwort nicht gibt, dann habe ich es zumindest gut erfunden. Denn tatsächlich trifft der Spruch auf mich derzeit zu. Oder besser gesagt, auf meine rechtes Hüftgelenk.

 

Da bin ich beschäftigt mit Kisten packen, ausräumen, umräumen, einräumen. Geniesse die ersten Sonnentage im Garten oder auf dem Balkon und dann: Geht plötzlich gar nichts mehr.

 

Statt der grossen Freiheit, dem Leben ohne Praxisalltag lande ich im Krankenhaus, bekomme ein neues Hüftgelenk eingesetzt und laufe nun mit zwei Krücken durch die Wohnung.  Wobei das Wort "Laufen" meine derzeitige Fortbewegungsart nicht ganz exakt beschreibt. Viel besser wären da Schlurfen, Wackeln, Humpeln... Wie auch immer.

 

Mein Zweitgeborener, der "geborene Stoiker" hat dazu nur gemeint: 

 

"Weise ist der Mensch, der nicht nach den Dingen trauert, die er nicht besitzt, sondern sich der Dinge erfreut , die er hat." Epiktet

 

Wie ich stolz bin auf diesen stoisch begabten Sohn. Und wie recht er hat. Denn Jammern schadet eindeutig dem Immunsystem.

 

Freude  bewirkt so viel Gutes in unserem Körper, dass es sich lohnt, sich die Einstellung der Stoiker anzueignen. Wenn wir uns über etwas freuen, schüttet unser Körper Dopamin aus. Es ist nicht nur ein Hormon, sondern auch ein Neurotransmitter und fördert im grossen Stil unser Belohnungssystem. Es fördert also unsere Motivation, unseren Antrieb und unsere  Konzentration. Alles Fähigkeiten die man durchaus gebrauchen kann um sich mit einem brandneuen Hüftgelenk schneller zu erholen und wieder fit zu werden.

 

Mittlerweile habe ich auch den Ursprung des Mai-Sprichwortes herausgefunden: Es stammt von einem Kinderlied, das 1820 von dem Lehrer Adam von Kamp geschrieben wurde. Es beginnt mit folgender Zeile: Alles neu macht der Mai, macht die Seele frisch und frei. Zu singen ist es nach der Melodie von Hänschen  Klein.

 

Singen!

 

Schon wieder so eine Tätigkeit die Glücksgefühle auslösen kann. Schon gesungen heute?

 

 

 

 

 

 

 

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